25.09.2008 - 12:52
Sherkhan Farnoud gewinnt WSOPE H.O.R.S.E-Turnier
Als zweiter afghanischer Spieler sicherte sich Farnoud gestern in London einen WSOP-Titel und mit dem Bracelet in der Königsdisziplin ein Preisgeld von ₤ 76.999. Im Heads-Up bezwang er den Österreicher Ivo Donev, der im Jahr 2000 bereits einen WSOP-Titel in Limit Hold’em erringen konnte.
Sherkhan Farnoud ist Präsident der Kabulbank und zweifellos einer der reichsten Männer Afghanistans. Bereits zum vierten Mal erreichte der 46jährige, der großteils in Dubai lebt, bei einem Turnier der WSOP den Final Table und zum sechsten Mal die Preisgeldränge. Entgegen der offiziellen Meldung ist Farnoud jedoch nicht der erste afghanische WSOP-Sieger, sondern nach Qushgar Morad, der 2002 in Seven-Card Stud gewann, der bereits zweite.
Seinen Sieg widmete Farnoud allen 31 Millionen Afghanen, auf dem Weg dahin musste er allerdings einige kritische Situationen überstehen. Sein letzter Gegner Ivo Donev war mit einer 3 zu 2 Führung ins Heads-Up gegangen, die er zwischenzeitlich sogar noch weiter ausbauen konnte. Die Wende brachte schließlich ein Monster-Pot in Razz, ab dem Farnoud nicht mehr aufzuhalten war und praktisch jeden Pot gewann.
Für Donev ist dieser zweite Platz der größte Erfolg nach seinem Bracelet im Jahr 2000 – für die Niederlage im Heads-Up konnte er sich mit ₤ 48.125 trösten. Im Spiel zu dritt überholte er erst den lange führenden Howard Lederer und nahm diesen schließlich gemeinsam mit Farnoud aus dem Turnier. Lederers Verhängnis begann im Stud, als er zunächst gegen Donevs Straight und in der direkt anschließenden Hand gegen Farnouds Paar Achten unterlegen war. Das endgültige Aus ereilte ihn dann stilgerecht bei Omaha Eight-or-Better, als sich Farnoud mit Two Pair


die obere Hälfte und Donev mit



die untere Hälfte schnappte. Noch vor anderen Größen wie Phil Ivey und Jeff Lisandro beendete Jeff Duvall als Vierter das Turnier. Er erreichte damit seine beste WSOP-Platzierung und ein Preisgeld von ₤ 22.000. Nachdem er am Final Table mehrfach übermenschliche Überlebensfähigkeiten demonstriert hatte, musste er sich in Omaha Eight-or-Better bei einem Board mit



Howard Lederers


niedrigen A2467 und dessen gerivertem Nut Flush beugen. Wer am Final Table vier Hände in Folge verliert, kann kein Turnier gewinnen. Das musste auch Phil Ivey feststellen, der nach einer größeren Berg- und Talfahrt in Mark Gregorichs (den späteren Fünftplatzierten) Two Pair mit Damen und Sechsen rannte und somit weiter auf sein sechstes Bracelet warten muss. Die Bestimmung des großen Pechvogels des Turniers fällt leicht. Jeff Lisandro musste im Verlauf des Final Tables mehrere brutale Bad Beats einstecken und auch sein Ende fiel symptomatisch aus. Bei Hold’em wanderten auf einem Board mit 


am Turn alle Chips in die Mitte und Howard Lederer beantwortete Lisandros (der
hielt) bange Frage, ob er einen König halte, mit
und der Nut Straight.

Sherkhan Farnood
Das Endergebnis des letzten Tages:
| Platz | Name | Land | Preisgeld |
|---|
| 1 | Sherkhan Farnood | Afghanistan | ₤ 76.999 |
| 2 | Ivo Donev | Österreich | ₤ 48.125 |
| 3 | Howard Lederer | USA | ₤ 30.250 |
| 4 | Jeff Duvall | Großbritannien | ₤ 22.000 |
| 5 | Mark Gregorich | USA | ₤ 17.188 |
| 6 | Phil Ivey | USA | ₤ 13.750 |
| 7 | Jeffrey Lisandro | Italien | ₤ 11.000 |
| 8 | Spencer Lawrence | Großbritannien | ₤ 8.938 |
| 9 | Erik Albinsson | Schweden | ₤ 6.875 |
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