10.11.2008 - 14:26
888 UK Poker Open
Alle Jahre wieder im Herbst. Zeit für die 888.com Poker Open (ehem. 888 UK Poker Open). Natürlich mit von der Partie war der Pokerprofi Dr. Michael Keiner der ja bekanntlich seit vielen Jahren 888.com als seinen Hauptsponsor verzeichnet. Das Turnier zählt schon seit Jahren zu den größten internationalen TV Turnieren und wird in den Matchroom Studios in London aufgezeichnet. Das Buy in beträgt 6.000 US$ und die 108 Teilnehmer sind eine etwas exotische Mischung aus internationalen Top Pros wie Andy Black, Marc Goodwin ,Dave Devilfish Ulliot, Neil Channing, Roland De Wolfe, John Tabatabai, Surinder Sunar, Juha Helppi , Andrew Feldmann (2007 Gewinner) and Ian Frazer (2005 Gewinner), Online-Qualifikanten und einigen Celebrities. Die bekanntesten deutschen Spieler waren wohl: Willi „Dr Big“ Breuer, Christoph Haller, Thomas Brdaric und Jan Jachtmann.
Das Turnierformat entspricht am Ehesten einem „Triple Shoot Out“. Zuerst muss man in einer Art Vorrunde seinen 6er-Tisch wie bei einem Sit & Go gewinnen. Alle Zweitplatzierten des jeweiligen Heats bekommen eine zweite Chance als Hoffnungslauf, um sich noch für den letzten verbliebenen Platz an einem der drei Semifinaltische zu qualifizieren. Die Semifinale werden an einem 7er-Tisch gespielt und die beiden Erstplatzierten des Semifinales bekommen einen Platz im Finale, das dann wiederum als 6er-Tisch ausgetragen wird. Die Besonderheit: Man nimmt seine Chips aus dem Semifinale an den Finaltisch mit!
Michael`s erster Tisch war vollbesetzt mit Profis. Weit und breit war kein Qualifikant oder Celebrity in Sicht. Gleich in der allerersten Hand gab es für den deutschen Bracelet-Gewinner eine „Alles oder Nichts“ Entscheidung, als er das Raise von Roberto Romanello preflop callte und mit seinen Pocket 7-7 das medium Set bei einem Flop

von traf. Checkraise von Keiner, Romanello erhöhte nochmals und Keiner ging All in. Ohne zu Zögern callte der Italiener und drehte 
um. Flushdraw mit inside Straightdraw war nicht unbedingt die Gegenhand, die sich der deutsche 888 Pro wünschte. Zum Glück gaben weder Turn noch River für seinen Gegner Hilfe und so saß Michael Keiner direkt nach einer gespielten Hand mit doppeltem Average am Tisch und konnte nach Herzenslust loslegen. Den Chiplead gab er nie wieder ab und gewann die Vorrunde recht problemlos.
Wesentlich schwieriger gestaltete sich das Semifinale. Speziell der einzige Amateur in diesem Heat, ein siebzigjähriger, ziemlich unerschrockener Nordengländer, war mit keinem Raise preflop aus irgendeinem Pot zu vertreiben und zu allem Überfluss hatte der Herr auch noch einen richtigen Lauf. Ihn hieß es zu meiden wo es nur ging. Irgendwann musste auch dieser übermenschliche Lauf endlich zu Ende gehen. Dies geschah dann auch prompt, als nur noch vier Spieler am Tisch waren. Innerhalb von nur 20 Minuten brachte er seine Chips unter die restlichen Anwesenden. Die Blinds von 15.000 / 30.000 bei einem Average von 230.000 luden nicht unbedingt zu einem ausgeprägten Spiel des Flops ein und so vollzog sich der Rest in einer regelrechten Preflop-Schlacht. Mit dem richtigen Riecher raiste Michael Keiner mit
auf 100.000 und der small Blind ging nach einiger Überlegung mit insgesamt 206.000 All in. In der Hoffnung, dass seine Karten zumindest „live“ waren, zahlte der 888 Pro die 106.000 nach. Er drehte
um. Zwei Zehner am Board schenkten dem deutschen den Pot und mit 518.000 zog Keiner als absoluter Chipleader an den Finaltisch der letzten 6 Spieler ein.
Wie es dort im Einzelnen abgelaufen ist, kann im Januar auf Das Vierte verfolgt werden. Soviel vorab: Nach fünf Stunden Finale konnte Michael Keiner das Turnier gewinnen und darf sich jetzt in den erlauchten Kreis der UK Open Champions einreihen. Das Preisgeld: süße 250.000 US$. Der Titel: Unbezahlbar!