20.11.2008 - 13:42
Neues Glücksspielgesetz in Österreich – Branche in Aufruhr
Die Pläne von Österreichs Finanzminister Wilhelm Molterer hätten für die privaten Betreiber katastrophale Folgen, während die Casinos Austria zum Monopolisten würden.
Gerade in den letzten Monaten eröffneten in Österreich diverse neue Card Casinos, die von privaten Investoren betrieben werden. Unter anderem berichteten wir über die spektakuläre Neueröffnung des Montesino. Nun könnte die Novelle von Finanzminister Molterer dem vielfältigen Angebot in Österreich eine Ende bereiten.
Wir hatten über die Vorgänge im Alpenland bereits berichtet und nun meldete sich ein wichtiger Vertreter der Branche zu Wort. In einem Interview mit der auflagenstarken Tageszeitung „Die Presse“ spricht Peter Zanoni vom Concord Card Casino Klartext.
Für den Gründer und Mehrheitseigentümer des CCC, der sich schon gegen eine Vielzahl von Anzeigen juristisch zur Wehr setzen musste, geht es um alles. Kommt Molterer mit seiner Reform durch, kann Zanoni seine 10 Casinos, in denen 450 Mitarbeiter beschäftigt sind, dicht machen.
Laut eigenen Aussagen will Zanoni das Gesetz, sollte es nach der Begutachtung bis zum 4. Dezember in Kraft treten, auf höchster Ebene anfechten lassen. Der Gang zum Verwaltungsgerichtshof ist genauso beschlossene Sache wie die Anrufung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) für Menschenrechte.
Wie alle Leute, die sich regelmäßig dem Pokersport hingeben, betrachtet er Poker nicht als Glücks-, sondern als Geschicklichkeitsspiel, bei dem Können, Strategie und Mathematik gefordert sind. Dies hat Zanoni sich auch von einem Juristen-Duo begutachten lassen, das die Gesetzesvorlage als verfassungswidrig brandmarkt.
Wollen wir hoffen, dass die selbsternannten Gralshüter der guten Sitten ein Einsehen haben und ihre sonderbaren Pläne bis Nikolaus wieder verschwinden lassen…
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