07.07.2009 - 13:02
Christian Henkel blogt aus Vegas: Chaos bei der WSOP
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Der Main Event der WSOP ist auch nach 40 Jahren immer noch eine unglaubliche Wundertüte. Das hat uns spätestens Tag 1 D wieder mal vor Augen geführt. Neben den Erfolggeschichten hat es immer auch wieder wunderbare Dramen gegeben. Und gestern war Dr. Bad Beat noch weit vor dem „Shuffle up and Deal“ zur Hochform aufgelaufen. Eine riesige Traube hatte sich vor dem Registration Room versammelt. Fassungslos und wild gestikulierend.
Darunter hoch dekorierte Spieler, wie Patrick Antonius, Mike Sexton oder der vierfachen Braceletgewinner Mickey Appleman. Letzterer hat insgesamt 34 Main Events auf seiner Kappe und ein 35. kommt vorerst nicht dazu. Warum ? Neben geschätzten weiteren 300 Spielern hat auch Appleman ein bisschen lange gewartet, um „The Big One“ seine Ehre zu erweisen. Schon bei Betreten des Rio-Casinos konnten wir sehen, dass die Organisatoren ihr letztes Aufgebot aufgefahren hatten. Am Eingang, im Poker Room, wo sich normalerweise nur ein paar Touristen die Urlaubsdollar abknöpfen, waren die bunten Main Event Chips zu sehen und auch im „Buzios“, wo ansonsten gar kein Pokertisch steht, wurden wohl schon längst ausrangierte Filze herangetragen. Für die letzten der 2.809 Spieler - dann war endgültig Schluss. Da half dann auch kein barmen und beten mehr.
Im Rio Convention Center, wo bis gestern noch die, ebenfalls sichtbar unter der Finanzkrise leidende Messe „PokerPalooza“ hausiert hatte, mussten dann allerdings 20 WSOP Verantwortliche noch mal tief in die Argumentationstasche greifen, um ärgere Ausschreitungen zu verhindern. Schöne Pläne wurden da gewälzt: einen Tag 1 E einzuführen, oder die geblockten Spieler ihre Level heute neben Tag 2 A spielen zu lassen. Am Ende hätte das allerdings am eh schon überfüllten Tag 2 B zu einem ähnlichen Chaos geführt. Mehr als ein paar tröstende Worte von WSOP-Commissioner Jeffrey Pollack waren da einfach nicht mehr zu holen.
Schade nur, dass man nun nicht die Zahl der Teilnehmer vom letzten Jahr toppen kann. Im Ergebnis heisst das: Nach Tag 1 A (1.116 Spieler), Tag 1 B (873 Spieler), Tag 1 C (1.696 Spieler) und Tag 1 D (2.809 Spieler) kann der Main Event 2009 nun diese Zahlen vermelden:
Spieler: 6.494
Prizepool total: $61.043.600
Erster Platz: $8.548.435
Spieler im Cash total: 648
Wie liefs für die deutschsprachigen Spieler ? Zunächst einmal musste Fabian Quoss, der Event #15 als Zweiter beendet hatte lange um seinen Seat kämpfen. Die Seite, auf der er sich qualifiziert konnte, hatte schlichtweg seine Registrierung verschlafen. Bevor Quoss seine erste Hand gedealt bekam, war es auch schon aus für Anton Alleman. In der ersten gespielten Hand traf er mit Pocket 2er das Set auf dem Flop. Es gab volle Action bis zum River. Dann zeigte sein Kontrahent Set Kings und Alleman kann sich nun endgültig auf den Heimweg machen.
Allerdings waren neben Alleman noch genügend andere deutschsprachige Spieler im Feld. Unter ihnen Florian Langmann, Malte Strothmann, Nasr el Nasr, Niklas Heinecker, Daniel Drescher und Konstantin Bücherl. Keiner von ihnen ist bis jetzt busto. Richtig gut lief es für Benjamin Kang. 75.000 vor Ablauf des abschliessenden Levels. Man wird sehen, was das morgen dann, wenn Tag 2 B beginnt wert ist. Denn während für viele Spieler die ersten Level eher Pflichtübung ohne grosses Risiko sind, kann man nun ab Tag 2 A richtige Action und gutes Pokern erwarten