Anpassung der Pokerstrategie
an gegebene Größen
Wenn man auf dem Flop noch nichts getroffen hat oder man nicht erwartet, damit die beste Hand zu haben (z.B. Bottom-Pair), dann ist es wichtig zu wissen, wie hoch die Chance auf ein besseres Blatt ist.
Mit Hilfe von Outs lässt sich diese Wahrscheinlichkeit errechnen, während man bei den Pot Odds errechnet, ob sich ein Call bei einem bestimmten Pot und den gegebenen Odds lohnt.
Es ist wichtig, seine Pokerstrategie an diese gegebenen Größen anzupassen.
Pot Odds
Unter Pot Odds versteht man im Grunde nicht anderes als das Verhältnis zwischen der Höhe des zu gewinnenden Pots und dem zu bringenden Einsatz. Besteht beispielsweise ein Potsize Bet, d.h. ein Spieler setzt genau den Betrag, der bereits im Pot liegt gegen uns, so haben die Pot Odds einen Wert von 3.
Pot Odds = ( Pot + gegnerischer Bet + eigener Call) : eigener Call = 3
Diese Kennzahl gibt somit Auskunft darüber, ab welcher Gewinnwahrscheinlichkeit sich eine Investition in den Pot lohnt.
Dazu ist der Kehrbruch zu bilden, also 1 : Pot Odds.
Im Beispiel mit dem Potsize Bet gegen uns benötigen wir folglich eine angenommene Gewinnwahrscheinlichkeit von mindestens 1/3, um mathematisch korrekterweise zu callen.
Um auf Dauer in solchen Situationen zu gewinnen, muss unsere Gewinnerwartung (Gewinnchance) mindestens 50% betragen. Wie man auf diese Größe kommt, klären wir unter Outs und Odds.
Wichtig: Je größer die Pot Odds, desto kleiner die benötigten Gewinnchancen.
Beispiel: Wenn sich im Pot $90 befinden und der Gegner $30 setzt, dann benötigen wir mindestens 20% (1/5) Gewinnchancen, um unseren Call mathematisch zu rechtfertigen.
Pot Odds = ($90 + $30 + $30) : $30 = 5, Kehrbruch: 1/5
Da wir für unsere $30 das Fünffache rausbekommen (vorausgesetzt wir gewinnen), lauten die Pot Odds 5 zu 1 (5:1).
Outs und Odds
welches Blatt er haben könnte Nun ist es wahrlich nicht immer einfach, unsere Gewinnchance in Unkenntnis des gegnerischen Blattes zu errechnen. Hier wiederum fließen mehrere Faktoren ein, die uns die Entscheidung erleichtern. Zum einen könnte man schon Informationen über seinen Gegner gesammelt haben, die einem verraten, welches Blatt er haben könnte - zum anderen kennen wir unsere Karten und die Karten auf dem Board. Hieraus lässt sich ermitteln, wie viele kommende Karten (Helpcards) einem helfen könnten, sein Blatt zu verbessern. Die Anzahl dieser Helpcards nennt man Outs.
Hält man beispielsweise 9♣ und 10♣ und das Board bringt 4♥,7♣, 8♣, so haben wir 21 Outs, die unserer Blatt leicht bis signifikant verbessern können.
9 Karten (übrigen ♣-Karten zum Flush bzw. Straight Flush)
+ 6 Karten für den Straight (vier 6en + vier Jungen - 6♣ - J♣)
+ 6 Karten für das High Pair
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21 Outs
Wie errechnet man jetzt aus den Outs die Odds, also die Wahrscheinlichkeit?
Eine Betrachtung der Outs wird erst nach dem Flop wirklich interessant. Wir sehen also 3 Karten im Board plus 2 Karten in unserer Hand. 47 Karten sind für uns verdeckt. Dabei haben wir 2 Kreuz auf der Hand und im Flop liegen zwei weitere Kreuz. Es fehlt uns also nur ein Kreuz zum Flush. Insgesamt gibt es 13 Kreuze, abzüglich der 4 Kreuz (im Flop und in unserer Hand) bleiben 9 Outs. Von den 47 verdeckten Karten sind nun 9 "gut" und 38 "schlecht". Wir setzen jetzt gute Karten und schlechte Karten ins Verhältnis, um die Odds zu berechnen.
38 : 9 → 4.22 : 1 ≈ 4 : 1
Dieser Wert bedeutet, dass man in 5(!) Fällen einmal auf eine "gute" Karte, also ein Kreuz, trifft.
An dieser Stelle nehmen wir uns wieder die Pot Odds vor. Diese helfen uns zu entscheiden, wann man eine solche "Chance" callen sollte. Wenn wir, wie im obigen Beispiel, nur eine von 5 Händen gewinnen, dann sollte uns der Pot im Falle des Gewinns 5x soviel einbringen, wie wir gesetzt haben, da wir davon ausgehen, dass wir vorher schon 4x einen solchen Pot (mit identischem Einsatz) verloren haben.
Beispiel
Der Flop liegt offen und wir zählen 9 Outs. Es befinden sich noch 5 Spieler im Pot, der bereits $120 beträgt. Du sitzt "on the button" (d.h. du bist als Letzter am Zug) und der "under the gun" (UTG), d.h. der erste Spieler, setzt $40. Drei Spieler folden und einer callt. Jetzt bist du dran: Der Pot beträgt mittlerweile $200, der zu erbringende Einsatz $40.
Wir beginnen mit den Pot Odds: $240 / $40 = 6, somit betragen die Pot Odds 6:1. Da wir unsere Outs schon gezählt haben, wissen wir um unsere Chance von 4:1, eine "gute" Karte zu treffen. Wenn nun die Pot Odds (6:1) höher sind als die Odds (4.22:1), dann ist ein Call gerechtfertigt.